Niemand darf mich gegen meinen Willen anfassen

Die Erziehung  zur Selbständigkeit  und Selbstbewusstsein sind in dem DRK-Familienzentrum Obermarsberg ein wichtiger Bestandteil der alltäglichen Arbeit mit den Kindern. „Unsere Mädchen und Jungen sind eigenständige Persönlichkeiten, die in ihren Wünschen und Bedürfnissen geachtet und ernstgenommen werden müssen.

Daher ist es uns ein besonderes Anliegen, die Kinder auf ihrem Weg zum „groß werden“ zu begleiten und zu beschützen“, so Einrichtungsleiterin Julia Drewes.

Hierzu gehören  unbedingt der Kinderschutz und die Prävention gegen sexualisierte Gewalt. Um dieses sensible Thema  aufzugreifen, nicht nur im Team, sondern auch mit den Eltern, hat die Kindergartenleitung gemeinsam mit dem Förderverein der Einrichtung Frau Nelo Thies eingeladen. Nelo Thies ist Diplom-Pädagogin, Präventionsfachkraft und befasst sich als freie Künstlerin mit unterschiedlichen zwischenmenschlichen Beziehungen. In diesem Fall gehörten zur Präventionsarbeit ein Elternabend, Puppentheater für die Kinder und ein Tag Nachbereitung für die Fachkräfte und die Kinder der Kindertageseinrichtung.

Der Elternabend fand großen Anklang, denn neben Daten und Fakten, die durch Frau Thies kurz dargestellt wurden, hatten auch Gefühle, Gedanken und Sorgen der Eltern großen Raum. Die Referentin berichtete den Eltern und Erzieherinnen über das Puppenspiel für die Kinder, in dem sehr behutsam mit dem Thema Sexualisierte Gewalt umgegangen wird.

Sie verdeutlichte, dass dieses schwierige Thema kindgerecht, zwischendurch auch witzig, spannend und mit gutem Ende dargestellt wird. Durch das Theaterstück werden die Kinder gestärkt und sie erfahren auf spielerische Weise und durch Lieder, dass sie ein Recht haben „NEIN“ zu sagen und sich zu wehren! „Mein Körper gehört mir“ und „Niemand darf mich gegen meinen Willen“ anfassen, waren weitere wichtige Aspekte der Aufführung.

Die Nachbereitung mit den Kindern und Erzieherinnen fand zwei Wochen später statt. Hier durften die Kinder selbst zu Schauspielern werden und sich im „Nein“ sagen üben. In einem kurzen und intensiven Austausch mit den Erzieherinnen und der Präventionsfachkraft berichteten die Kinder über das erlebte Rollenspiel.

Durch die gute Vorbereitung auf diese Themenreihe, die intensiven Gespräche zwischen Eltern, Referentin und den Fachkräften der Einrichtung, konnten Fragen und Unsicherheiten geklärt und positive Anregungen für den Alltag mit den Kindern vermittelt werden. Julia Drewes: „Unser Fazit: Prävention von sexueller Gewalt kann gelingen, wenn wir Kinder stärken. Dies geschieht nur mit der Grundlage einer respektvollen Erziehungshaltung des Erwachsenen gegenüber dem Kind.“